Wie hat sich der Beruf einer Journalistin in den vergangenen Jahrzehnten verändert? Schulte: Ich habe Journalismus immer emphatisch als Vierte Gewalt verstanden. Als Regulativ, gerade für die Mandatsträger in Politik und Wirtschaft. Für mich ist die Arbeit mit Aufklärung verbunden, einem kritischen Impetus. Für mich als Kulturjournalistin heißt das vor allem, die Hervorbringungen der Kunst unter die Lupe zu nehmen. Zu verreißen, wo es meiner Meinung nach nötig ist, zu loben, wo es sich lohnt. Das hat auch mit dem heutzutage viel beschworenen Nutzwert zu tun, allerdings nicht in dem S...