Der Versteckspieler
Als Günter Eich vor einem halben Jahrhundert aufgefordert wurde, seine Poetik offenzulegen, entledigte er sich der lästigen Pflicht mit einer knappen Wunschliste. Seiner Neigung zur Wortkargheit folgend, verwies er zuallererst auf die Kunst, sich zu verbergen: auf „Gedichte, in denen man sich ausdrückt und zugleich verbirgt“. Bereits in seinem 1964 publizierten Band „Zu den Akten“ hatte Eich die Verborgenheit zu seinem Lieblingsdomizil erhoben: „Wo die Beleuchtung beginnt, / bleibe ich unsichtbar. / Aus Briefen kannst du mich nicht lesen / und in Gedichten verstecke ich mich.“ ...